Trendsport Klettern: Die häufigsten Unfälle u. Verletzungen
Quelle: Dr. Volker Schöffl
Wo gefunden: Sportverletzung Sportschaden 2007; 21

Statistisch genaue Daten zu Unfällen im Sportklettern am Naturfels liegen nur eingeschränkt vor. Bessere Analysen erlauben Indoor-Anlagen. Bei einer mittleren Aktivität von 2 Klettertagen pro Woche besteht ein Unfallrisiko von 0,6% pro Sportler und Jahr. Zu den häufigsten Verletzungen und Überlastungssyndromen zählen die Ringbandverletzungen, Sehnenscheidenentzündungen der Finger, Epikondylitis, Kapselverletzungen der Finger und Schürfwunden. Verletzungen der Wachstumsfugen findet man bei Jugendlichen vorwiegend am Mittelglied. Die Behandlung erfolgt konservativ oder operativ in Abhängigkeit vom röntgenologischen Befund. Ringbandverletzungen treten auf beim Greifen von kleinen Griffen aufgrund der überwiegend aufgestellten Fingerposition. Bei klinischer Verdachtsdiagnose gibt die Sonographie Aufschluß über das Ausmaß der Verletzungen. Bei einer einfachen Ringbandverletzung genügt die Ruhigstellung und frühfunktionelle Behandlung. Bei einer Mehrfachverletzung ist die operative Rekonstruktion anzustreben. Kapselbandverletzungen treten beim Verkannten in Fingerlöchern auf. Diese führen zu Seitenbandverletzungen mit Instabilität. Um Folgeschäden zu vermeiden ist eine konsequente Ruhigstellung mit Tape, Schiene oder Gips erforderlich. Fingerfrakturen treten relativ selten auf und müssen radiologisch ausgeschlossen werden. Die Sehnenscheidenentzündung ist das häufigste Überlastungssyndrom bei Sportkletterern und wird durch Bänderschwäche mit überbeweglichen Gelenken gefördert. Zeitweiliges Bandagieren oder Tapen kann Schmerzen reduzieren und als Prophylaxe dienen. Durch die Belastung beim Sportklettern entstehen Veränderungen am Bewegungs- und Haltungsapparat, die sowohl die muskulären als auch die knöchernen Strukturen betreffen. Bei entsprechender Aufklärung einschließlich der Bedeutung eines Aufwärm- und Dehnungsprogrammes können die Verletzungsrisiken minimiert werden. Auch ein intensieves Training in früheren Jahren muss nicht zwangsläufig zur Früharthrose der Finger führen.