Unterschiede in der Schmerztherapie bei Männern und Frauen
Quelle: Pressemitteilung d. Dt. Gesellschaft, Berlin, Schmerzkongreß
Wo gefunden: Wirtschaftsmagazin für den Orthopäden; Nr.11 2006

Verschiedene systematische Untersuchungen weisen darauf hin, daß Frauen im gebärfähigen Alter generell eine niedrigere Schmerzschwelle sowie eine geringere Toleranzschwelle auf Schmerzreize unterschiedlicher Modalität haben. Hierbei scheint auch der Hormonstatus eine Rolle zu spielen. Neuere Untersuchungen zeigen Zusammenhänge zwischen Hormoneffekten und der Entstehung von Schmerzen auf. Ein sinkender Östrogenspiegel bewikt z.B. einen Abfall bestimmter Nervenüberträgerstoffe und kann einen schmerzsteigernden Effekt haben. Abhängig von der Zyklusphase scheint die Intensität chronischer Schmerzen bei Frauen zu variieren. Bei Fibromyalgiepatientinnen ist die Schmerzstärke z.B. in der 2.Phase des Menstruationszykluses nach dem Eisprung erhöht. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Im Tierexperiment kann das Fehlen eines Genes die Empfindlichkeit für Schmerzreize verändern. Dies ist relevant für das eine, nicht aber für das andere Geschlecht.