Neue Erkenntnisse zur Fibromyalgie
Quelle: RheumaUpdate 2006, Prof.Dr.G.Neeck,Rostock
Wo gefunden: Propraxis Orthopädie/Rheumatologie September 2006

Es gibt wenig Daten zur globalen Verbreitung der Fibromyalgie. Ihre Prävalenz in den westlichen Industrieländern wird auf 2-3 % geschätzt. Insgesamt sind etwa 3 Millionen Deutsche betroffen, von denen 90 % Frauen sind. Grundsätzlich strittig ist, ob es sich bei der Fibromyalgie um eine periphere Erkrankung im schmerzhaften Gewebe oder um eine zentralnervös vermittelte Störung im schmerzverarbeitenden System handelt. Inwieweit ein Zusammenhang zwischen Depression und Fibromyalgie besteht, soll in einer aktuellen Studie an Fibromyalgie-Patienten mit unterschiedlich stark ausgeprägter Depression durch funktionelle MRT- Untersuchungen geklärt werden. Diese ermöglichen es, die Zunahme neuronaler Aktivitäten in bestimmten Gehirnarealen nachzuweisen. Es scheint, daß die Schmerzweiterleitung nicht durch die Depressivität moduliert wird. Die für Fibromyalgie-Patienten zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten sind immer noch deutlich limitiert. In wissenschaftlichen Studien wurde eine deutliche Besserung bezüglich Schmerz, Schlafqualität und Müdigkeit bei Pregabalin, Pramipexol. Auch Antidepressiva spielen eine immer größere Rolle. Untersucht wurden Duloxetin in der Dosierung von tgl. 60 mg oder 2x60mg und Milnacipran tgl. 1x 200 oder 2 x 200 mg im Vergleich zu Placebo. Bei beiden Medikamenten konnten die Schmerzen deutlich reduziert werden ohne Nebenwirkungen zu haben und unabhängig davon ob die Patienten zusätzlich an einer Depression erkrankt waren. Von großem Wert und wesentlichen Bestandteil der Fibromyalgie Therapie ist die aktive physiotherapeutische Behandlung, deren Effektivität durch verschiedene Studien mehrfach wissenschaftlich belegt ist.